Der Biohof Nordwind wurde 1996 als biologisch wirtschaftender Milchviehbetrieb gegründet. Im Laufe der Jahre veränderte sich sein Gesicht und 2012 wurde statt des Milchviehs die Jungviehaufzucht für einen anderen Biohof Schwerpunkt des Betriebs. Ein weiteres Standbein war die landwirtschaftliche Betriebshilfe.

2019 lernten wir, Rolf und Kristina, uns kennen. Mit Kristinas Blick für die Bienen hat sich die Sicht auf die Landwirtschaft deutlich erweitert. Plötzlich war Grünland nicht nur für die Kühe reservierte Grasfläche. Der Fokus richtete sich zusätzlich auf ein artenreiches Grünland mit Blühpflanzen, in dem Biene, Hummel & Co. auch ihren Platz und ihre Nahrung finden. Der Blick für die Artenverarmung auch in der biologischen Landwirtschaft schärfte sich. Bei uns dürfen auch die Disteln blühen, weil es eine Freude ist, die Vielzahl von Schmetterlingen und anderen Insekten auf ihren Blüten zu sehen. Das Fehlen von Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere wie Hecken und totes Holzes wurde offensichtlich.

Eine unserer ersten konkreten Aktionen war das Anpflanzen von 25 heimischen Hochstamm-Obstbäumen. Alleine dadurch hat sich das Gesicht der hofnahen Flächen schon verändert. Wir versuchen im Grünland verschiedene Kräuter und Blühpflanzen durch gezielte Nachsaat zu etablieren. Beim Mähen bleibt immer ein breiter Streifen als Rückzugsort für die Insekten stehen. Die Anpflanzung von Hecken als weiteres Strukturelement ist geplant. In der Vielfalt liegt die Stärke der Natur. Diese Diversität in die Fläche zu bringen ist für uns wichtig geworden.